About

Berlin Limited versteht sich als ein Projekt, welches die Entwicklung des Hip Hop in Berlin dokumentiert und wurde 2014 von Kid Wave und DJ Crash ins Leben gerufen. Insbesondere die frühen 80er bis späten 90er Jahre stehen ganz klar im Focus. Graffiti, DJing, B-Boying und MCing werden hierbei gleichermaßen behandelt und in Bild, Ton und Video präsentiert.

Kid Wave und DJ Crash sind Buddys seit 1985, kennen sich aus der Schule, Hip Hop wird schnell ein gemeinsamer Nenner.

Kid Wave, schon 1983 dem Breakdancefieber verfallen, interessiert sich schnell intensiver für die gesamte Kultur. Anfänglich vielleicht auch wegen der Modeerscheinung, 1983 schwappte die Breakdancewelle ja von der Bronx nach Europa und Deutschland. Er ist aber sehr fasziniert, tanzt schnell selbst für ein paar „Groschen“ am Ku’Damm, eine Szene existiert zu der Zeit praktisch kaum, zumindest besteht kein wirklicher Zugang, aber Breakdance und Fußball sind für ihn zu der Zeit DER Zeitvertreib im Wedding zwischen Nauener- und Leopoldplatz, wo er lebt und seine Zeit verbringt. Hip Hop wird immer mehr ein Thema für ihn, es finden sich Gleichgesinnte und die Rap Music trifft seinen Nerv…

DJ Crash befällt ebenfalls im Jahr 1983 das Breakdancefieber, auch ihm gefällt diese neue „Modeerscheinung“ und die Subkultur als ganzes sehr. Er tanzt in der Schule und in Fußgängerzonen, am Ku’Damm zieht er sich die anderen Breaker rein, viel mehr aber zieht ihn die Musik selber in den Bann. Er hört zum ersten Mal Scratches von ‚Grandmixer D.S.T. auf ‚Rock it‘ von Herbie Hancock und auf einer Schallfolie als Beilage der Jugendzeitschrift ‚Bravo‘ wird ein „Mix“ mit einer Auswahl des Original Soundtracks ‚Breakdance Sensation ’84‘ präsentiert, mehr ein stumpf zusammen gecutteter Musiktrailer. Aber beides inspiriert ihn dennoch, sich die Pausetaste seines heimischen Tapedecks und den Elac Turntable der Mutter einmal näher anzusehen. Vor der Liebe zur Rap Music, berührt eher Boogie und Disco Funk sein Herz und seine Beine…

Die Zeiten ab 1985 sind Geschichte und finden sich in den jeweiligen Portraits der beiden wieder.

Gemeinsam entwickeln sie im Jahr 2007 jedenfalls erste Ideen zum Projekt Berlin Limited, damals war noch nicht klar, wohin die Reise gehen sollte. Anfänglich wird nur ein Rap Mix produziert, der zu Ehren von Maxim (R.I.P.) veröffentlicht werden sollte. Er sollte an Maxim erinnern, er wurde 4 Jahre zuvor von einem über motivierten Rentner im Streit erstochen, eine Tragödie der Berliner Hip Hop Kultur! Der Mix sollte schließlich aber auch etwas an die gesamte Hip Hop Community in Berlin zurück geben, der Maxim so immens viel Anschub gegeben hat. Schnell wird klar, dass es so extrem viele Künstler in Berlin gibt, die präsentiert und niemals vergessen werden sollten, verstorbene, wie auch lebende. Maxim sollte hier seinen Ehrenplatz bekommen, so viel stand immer fest, aber das große Ganze sollte präsentiert werden. Seit jeher existiert ein immens großes Archiv von Graffiti und Party Fotos, musikalische Aktivisten aus Berlin wurden schon immer auditiv und visuell archiviert. Letztendlich sind die meisten der Künstler in der Szene Freunde, Bekannte oder Familie, die kommunikativen Wege sind daher sehr kurz. Der Entwicklungsprozess kommt aber anfänglich nur sehr schleppend voran, technisches Know How fehlt ein wenig, die Vorstellung vom Endprodukt fällt schwer, zumindest die konkrete Umsetzung. Immer wieder wird man von potenziellen Supportern im Stich gelassen, einige glauben nicht an die Sache oder haben eigene Vorstellungen und Pläne. Die Idee wird dennoch immer größer, fast utopisch. Ab 2011 ist klar, es muss eine umfassende Bibliothek der Berliner Hip Hop Kultur entstehen, nicht mehr, auf gar keinen Fall aber weniger. Auf Berlin Limited soll im „Endstadium“ ALLES zum Thema Hip Hop aus Berlin abrufbar sein, aber nicht wie bei vielen anderen bekannten Projekten eine quantitative Übertreibung von Fotosammlungen, die lieblos der Community „hingeworfen“ und sich selbst überlassen werden, sondern handverlesene Fotos, die Künstler selbst stehen im Mittelpunkt, kommen selbst zu Wort, arbeiten mit an den Beiträgen, geben Interviews und Einblicke in Ihr Gefühl zum Hip Hop, hier geht es schlicht um Leidenschaft! Hier sollen die Künstler auch Ihre Leinwände oder Mixtapes verkaufen können, hier werden Berliner Hip Hop Events angeteasert, hier muss Musik rein, individuell, aus Berlin, direkt und exklusiv von den DJs! Im späteren Verlauf ist ein Buch denkbar, Compilations auf Vinyl, Ausstellungen und vieles andere mehr. Da DJ Crash zwischen 2009 und 2014 beim Radiosender ‚RSD‘ seines Bruders nicht nur moderiert hat, sondern auch bis heute dessen Streamingserver bereit stellt und betreibt, wird schnell klar, dass auch eine regelmäßige Radiosendung Bestandteil des Projektes werden kann, die Ressourcen sind vorhanden. Aus der Idee einer einzelnen Radiosendung wird wiederum schnell der Wille zu einem komplett eigenen Radiosender. Warum kleckern, wenn man klotzen kann! Def Beat Radio wird geboren! Ende 2013 werden erste Sendungen vorproduziert, man will zur „Eröffnung“ schon genügend moderierte Sendungen am Start haben, die ähnlich wie bei Wefunk Radio in einer Rotation laufen.
Es werden Interviews geführt, Mixtapes, VHS-Videos und frühes Vinyl aus Berlin digitalisiert, an anderer Stelle Blackbooks gescannt, Fotos entsprechend aufbereitet und benannt, ein riesen Berg von Arbeit! Aber es lohnte sich!
Ab 2017 wird nun zunächst der Webstream Def Beat Radio gestartet, im Laufe des Jahres folgen die eigentlichen Inhalte und Berlin Limited kennt dann keine Mauern mehr…